Baumeister im 19. Jahrhundert
Bis zur Neugründung der Bauhütte 1844 sind die jeweiligen Stadtbaumeister für den Bauunterhalt des Münsters zuständig. 1856-1857 wird das Stadtbauamt vom neugeschaffenen, eigenständigen Münsterbauamt getrennt.
Letztendlich ist es der im 19. Jahrhundert allgemein weit verbreiteten Rückbesinnung auf die gotische Baukunst zu verdanken, dass das Ulmer Münster schließlich doch noch vollendet werden konnte.
Der 12. Baumeister Ferdinand Thrän (1857-1870)
| 1857 wird Ferdinand Thrän zum ersten nachmittelalterlichen Baumeister ernannt. Während seiner Amtszeit werden all diejenigen sichernden Maßnahmen durchgeführt, die für die Fertigstellung des Ulmer Münsters notwendig sind.
In diesem Zusammenhang werden bis 1870 nach dem Vorbild des Kölner Doms und des Straßburger Münsters die Fialen sowie das Strebewerk an den beiden Seitenschiffen errichtet. |
![]() Ferdinand Thrän |
Der 13. Baumeister Ludwig Scheu (1871-1880)
![]() Ludwig Scheu |
Unter Ludwig Scheu beginnt der eigentliche Ausbau des Ulmer Münsters. Während seiner Amtszeit werden nach dem Vorbild des Freiburger Münsters die Galerie am Chor ausgeführt sowie desweiteren in Anlehnung an den Regensburger Dom die beiden Chortürme ausgebaut.
In den letzten Jahren seiner Tätigkeit widmet er sich ab 1879 im Vorfeld der geplanten Vollendung des Hauptturmes vornehmlich dessen Fundamentierungsarbeiten. |
Der 14. Baumeister August von Beyer (1881-1890)
| Nach weiteren Verstärkungsarbeiten an Fundamenten und aufgehendem Mauerwerk vollendet August Beyer zwischen 1885 und 1890 den Hauptturm, indem er über der Galerie des Vierecks Oktogon und Helm errichtet.
Die Ausführung von Oktogon und Helm erfolgt dabei in enger Anlehnung an den mittelalterlichen Riss Matthäus Böblingers aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Mit Aufsetzen der den Helm bekrönenden Kreuzblume ist das Ulmer Münster am 31. Mai 1890 endlich fertiggestellt. |
![]() August von Beyer |


